Mitarbeiter-Austrittsgespräch

Eigenschaften Methode/Tool
WM-Kernaktivitätenerzeugen, speichern
TOM-ModellMensch, Organisation
Intellektuelles KapitalStrukturkapital, Beziehungskapital, Humankapital
WM-GestaltungsfelderFührung, Unternehmenskultur, Personal
AnsprechpartnerRonald Orth
KurzbeschreibungAls systematischer Austausch mit Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen, sind Austrittsgespräche als Methoden zur Wissensbewahrung ausscheidender Mitarbeiter eine wichtige Informationsquelle für das Unternehmen. Ziel ist es, ggf. die Gründe und Umstände für die bevorstehende Trennung miteinander zu besprechen und mögliche Verbesserungspotenziale aufzudecken.
Zugeordnet zur MethodeMethoden zur Wissensbewahrung ausscheidender Mitarbeiter
Synonyme
  • Exit-Gespräch
  • Kündigungsgespräch

Ziele

  • Wissensverlust verhindern
  • Klärung von offenen Fragen
  • Abschluss des Arbeitsverhältnisses
  • Wertschätzung gegenüber den ausscheidenden Mitarbeitern zeigen
  • Wiedereinstieg ohne Gesichtsverlust ermöglichen
  • Arbeitsklima verbessern
  • ggf. Kündigung abwenden
  • Fluktuation verringern
  • Informationen über die innerbetriebliche Stimmung gewinnen
  • Kosten der Personalgewinnung reduzieren
  • Schwachpunkte im Unternehmen feststellen und beheben
  • den Eindruck eines kritikfähigen und offenen Arbeitgebers hinterlassen
  • Stärkung von Image und Employer Brand

Rahmenbedingungen

  • nach der Zeugnisübergabe und nach Abwicklung aller finanziellen Aushandlungen ⇒ keine negativen Konsequenzen werden befürchten
  • Dauer des Gesprächs mindestens eine Stunde
  • persönliche Betroffenheit des Interviewers vermeiden
  • eine offenen und entspannte Gesprächsatmosphäre
  • Austrittsgespräche als Ausdruck der Unternehmenskultur, keine lästige Pflichtübung
  • Interviewer: hohe Methodenkompetenz, Empathie, Fähigkeit Zwischentöne wahrzunehmen, ehrliches Interesse am Austrittsgrund

Vorgehensweise

drei Varianten von Austrittsgesprächen:

  • 1. ausführliche Einzelgespräch
  • 2. standardisierte Abfrage mit Hilfe eines Fragebogens
  • 3. Kombi aus 1. und 2.: austretende Mitarbeiter füllen systematische, strukturierte und damit vergleichbare Fragebögen aus, die jeweils Grundlage für das ausführliche Gespräch werden.
1. Vorbereitung
  • Termin so früh wie möglich festsetzen
  • standardisierte Fragebögen: Kombi aus skalierten und offenen Fragen ⇒ für bessere Messbarkeit nnd für objektiven Vergleich
2. Durchführung (nach Zeugnisübergabe, nach finanziellen Aushandlungen)
  • Ziel, Verlauf und Themen des Gesprächs erläutern
  • Diskretion zusichern
  • zur Kritik ermutigen, nach „ungeschminkter“ Meinung fragen, allg. Interesse an Einschätzungen zeigen
  • sich konkrete Situationen schildern lassen
  • Bedauern über den Austritt zum Ausdruck bringen
3. Auswertung und das Ergreifen gezielter Maßnahmen
  • regelmäßige Analysen und Auswertungen

So könnte ein Fragebogen aussehen…

Fragen aus den Bereichen:

  • Persönliche Gründe
  • Betriebliche Gründe
  • Arbeitsbedingungen
  • Vorgesetztenverhältnis

mögliche Fragen mit Bewertungsskala:

  • Wie gut waren Sie entsprechend Ihrer Fähigkeiten eingesetzt?
  • Wie hat Ihnen die Arbeit in Ihrem Bereich gefallen?
  • Wie wurde Ihre Arbeit anerkannt und gefördert?
  • Wie schätzen Sie das Betriebsklima ein?
  • Wie empfanden Sie das Führungsverhalten?
  • Als wie sinnvoll empfanden Sie die Tätigkeiten, die Sie überwiegend ausübten?
  • Wie sehr wurde Ihre Meinung geschätzt?

mögliche offene Fragen:

  • Wir möchten aus Ihrer Kündigung lernen. Was können wir in Zukunft besser machen?
  • Welche positiven/negativen Erinnerungen werden Sie an unser Unternehmen behalten?
  • Was hätte geschehen müssen, damit Sie in unserem Unternehmen geblieben wären?
  • Was hätten Sie als Führungskraft anders gemacht?
  • Welches sind die entscheidenden Gründe für Ihren beruflichen Wechsel?
  • Was wollten Sie uns schon immer mal sagen?

Weiterführende Informationen

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